Paris am Wochenende lässt sich wunderbar erleben, wenn du nicht versuchst, die ganze Stadt in zwei Tagen abzuhaken. Ich zeige dir einen realistischen Ablauf mit bekannten Sehenswürdigkeiten, Spaziergängen, kulinarischen Pausen, aktuellen Eintrittspreisen und praktischen Tipps für Tickets, Metro und Budget.
Mit diesem Plan erlebst du Paris ohne unnötigen Zeitdruck
- Zwei Viertel pro Tag reichen aus, damit Wege kurz bleiben und Zeit zum Flanieren bleibt.
- Den Louvre früh reservieren, besonders an Samstagen und in der Hauptsaison.
- Notre-Dame ist kostenlos, eine kostenlose Zeitfenster-Reservierung kann Wartezeit sparen.
- Die Metrofahrt kostet 2,55 Euro; ein Tagesticket lohnt sich nicht automatisch.
- Für zwei Tage solltest du ohne Anreise und Hotel grob mit 140 bis 300 Euro pro Person rechnen.

Was in zwei Tagen wirklich Platz hat
Mein wichtigster Rat lautet, Paris nach Stadtvierteln statt nach Einzelattraktionen zu planen. Wer morgens am Eiffelturm startet, mittags im Louvre steht und abends noch nach Montmartre fährt, verbringt einen erstaunlich großen Teil des Tages in der Metro oder in Warteschlangen.
Für ein erstes Wochenende empfehle ich eine Mischung aus zwei großen Sehenswürdigkeiten, langen Spaziergängen und bewusst freien Zeitfenstern. Paris wirkt nicht nur in seinen Museen, sondern auch auf einer Brücke über der Seine, in einer kleinen Bäckerei oder an einem belebten Platz im Marais.
| Reisetyp | Passender Schwerpunkt | Meine Einschätzung |
|---|---|---|
| Erster Besuch | Louvre, Notre-Dame, Eiffelturm, Montmartre | Die beste Mischung aus Klassikern und Pariser Atmosphäre |
| Kunst und Kultur | Louvre oder Musée d’Orsay, Sainte-Chapelle, Marais | Weniger Aussichtspunkte, dafür mehr Zeit für Innenräume |
| Genuss und Spaziergänge | Saint-Germain-des-Prés, Canal Saint-Martin, Märkte, Seine | Entspannter und oft angenehmer als ein reines Pflichtprogramm |
Der Samstag zwischen Louvre und Seine
Vormittag im Louvre
Beginne den Samstag möglichst früh mit dem Louvre. Für einen ersten Besuch reichen zwei bis drei Stunden, wenn du dich vorher auf einige Bereiche konzentrierst. Die Mona Lisa gehört natürlich dazu, aber ich würde nicht den gesamten Museumsbesuch auf ein einziges Gemälde reduzieren.
Der Louvre ist montags, donnerstags, samstags und sonntags von 9 bis 18 Uhr geöffnet, mittwochs und freitags bis 21 Uhr. Dienstags bleibt das Museum geschlossen. Der Eintritt für Besucher aus dem Europäischen Wirtschaftsraum beträgt derzeit 22 Euro. Ein Zeitfenster ist die sicherere Wahl, denn spontane Tickets hängen von der Auslastung ab.
Zu Fuß durch die Tuilerien und über die Île de la Cité
Nach dem Museum führt der schönste Weg nicht direkt zur nächsten Metrostation, sondern durch den Jardin des Tuileries zur Place de la Concorde. Von dort kannst du über die Ufer der Seine weitergehen oder Richtung Île de la Cité abbiegen. Diese Strecke ist überschaubar und vermittelt mehr von Paris als eine weitere kurze Taxifahrt.
Notre-Dame kannst du kostenlos besuchen. Eine Online-Reservierung ist freiwillig, kann aber den Zugang deutlich planbarer machen. Besonders am Wochenende würde ich die aktuellen Zeitfenster kurz vor dem Besuch prüfen, statt mich auf einen spontanen Einlass zu verlassen.
Abend im Marais oder in Saint-Germain-des-Prés
Für den Abend passen das Marais und Saint-Germain-des-Prés besonders gut. Im Marais findest du kleine Plätze, jüdische Bäckereien, moderne Lokale und eine lebendige Barszene. Saint-Germain wirkt klassischer und eignet sich besser, wenn du den Abend bei einem langen Essen oder in einem traditionellen Café ausklingen lassen möchtest.
Ich würde das Abendessen nicht erst um 21 Uhr spontan suchen. In beliebten Restaurants sind Reservierungen für 19.30 oder 20 Uhr oft der entspanntere Weg. Für ein einfaches Abendessen kannst du mit etwa 20 bis 35 Euro pro Person rechnen, in einem guten Bistro eher mit 35 bis 60 Euro ohne besondere Weinbegleitung.
Der Sonntag mit Montmartre und Eiffelturm
Montmartre vor dem großen Andrang
Am Sonntagmorgen lohnt sich Montmartre besonders früh. Starte an der Metrostation Anvers oder Abbesses und gehe über die Rue des Abbesses, den Place du Tertre und die Sacré-Cœur-Basilika. Die Kirche ist kostenlos zugänglich, während der Aufstieg zur Kuppel extra kostet und bei engem Zeitplan nicht zwingend nötig ist.
Montmartre ist atmosphärisch, aber auch touristisch. Ich meide die Restaurants direkt am Place du Tertre und gehe lieber zwei oder drei Straßen weiter. Dort sind die Preise meist vernünftiger und die Atmosphäre wirkt weniger wie eine Kulisse für Besuchergruppen.
Eine Aussicht auswählen
Am Nachmittag solltest du dich für einen Aussichtspunkt entscheiden. Der Eiffelturm ist das stärkste Symbol der Stadt, aber der Blick vom Arc de Triomphe oder von der Dachterrasse eines Kaufhauses kann ebenso eindrucksvoll sein und spart Zeit.
Für den Eiffelturm kostet der Aufstieg zum zweiten Stock aktuell 14,80 Euro über die Treppe oder 23,50 Euro mit dem Aufzug. Bis zur Spitze werden 28 Euro über Treppe und Aufzug beziehungsweise 36,70 Euro mit dem Aufzug fällig. Wer ganz nach oben möchte, sollte das Ticket möglichst früh buchen. Der Zugang zur Spitze kann bei starkem Andrang oder schlechtem Wetter vorübergehend eingeschränkt werden.
Seine-Spaziergang statt zusätzlicher Sehenswürdigkeit
Nach dem Eiffelturm würde ich keine weitere große Attraktion mehr einplanen. Gehe lieber über den Champ-de-Mars zum Trocadéro oder fahre mit der Metro bis zur Pont Neuf und schlendere am Wasser entlang. Eine abendliche Bootsfahrt auf der Seine ist eine gute Alternative, wenn die Beine müde sind und du Paris noch einmal aus einer anderen Perspektive sehen möchtest.
Tickets, Öffnungszeiten und Verkehr ohne Stress
Die größten Zeitverluste entstehen in Paris selten durch die Entfernung, sondern durch ungeplante Wartezeiten. Deshalb buche ich die wenigen zeitgebundenen Programmpunkte zuerst und lasse Spaziergänge bewusst flexibel.
| Attraktion | Aktuelle Orientierung | Planungstipp |
|---|---|---|
| Louvre | 22 Euro für Besucher aus dem EWR | Zeitfenster reservieren, Dienstag geschlossen |
| Eiffelturm | 14,80 bis 36,70 Euro je nach Zugang | Bei gewünschter Uhrzeit früh buchen |
| Notre-Dame | Eintritt kostenlos | Reservierung kann freiwillig online erfolgen |
| Metro und RER im Stadtgebiet | 2,55 Euro pro Ticket | Für einzelne Fahrten oder kurze Strecken ausreichend |
Ein einzelnes Metro-, Zug- oder RER-Ticket gilt innerhalb der vorgesehenen Verbindung bis zu zwei Stunden ohne Verlassen des Netzes. Für ein Wochenende im Zentrum reichen oft mehrere Einzeltickets. Das touristische Paris-Visite-Ticket kostet für einen Tag aktuell 30,60 Euro und lohnt sich vor allem, wenn du sehr viel fährst oder Flughäfen, Versailles oder Disneyland einbeziehen möchtest.
Für die meisten Wege im Zentrum ist die Metro schnell, aber nicht immer angenehm. Zwischen Louvre, Tuilerien, Seine und Marais würde ich oft zu Fuß gehen. Dabei sparst du nicht nur Fahrten, sondern entdeckst kleine Straßen, Innenhöfe und Plätze, die in keinem kompakten Sehenswürdigkeitenplan auftauchen.
Budget, Unterkunft und typische Fehlplanung
Paris muss nicht billig sein, aber die Kosten lassen sich gut steuern. Der größte Unterschied entsteht nicht beim Metroticket, sondern bei Hotel, Restaurantwahl und kostenpflichtigen Aussichtspunkten.
| Reisestil | Budget pro Person für zwei Tage | Typische Kombination |
|---|---|---|
| Sparsam | 70 bis 120 Euro | Bäckerei, Supermarkt, Spaziergänge, wenige Eintrittskarten |
| Ausgewogen | 140 bis 220 Euro | Ein Museum, ein Aussichtspunkt, Bistro und mehrere Metrofahrten |
| Komfortabel | 220 bis 300 Euro | Mehrere bezahlte Attraktionen, Restaurantbesuche und Bootsfahrt |
Die Unterkunft würde ich nach der Verkehrsanbindung und nicht nur nach der Postleitzahl auswählen. Gegenden rund um den Canal Saint-Martin, Bastille, Montparnasse oder Batignolles können ein gutes Verhältnis aus Atmosphäre, Restaurants und Erreichbarkeit bieten. Direkt an den berühmtesten Sehenswürdigkeiten zahlst du oft deutlich mehr, ohne automatisch besser zu wohnen.
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Was du besser nicht in den Plan packst
- Mehr als ein großes Museum an einem Tag, weil die Eindrücke sonst schnell verschwimmen.
- Eiffelturm, Montmartre und Versailles an einem einzigen Sonntag, denn dafür reicht die Zeit kaum.
- Spontane Restaurantwahl in touristischen Hotspots zur Hauptessenszeit.
- Zu viele Metro-Wechsel, wenn zwei Ziele zu Fuß in 20 bis 30 Minuten erreichbar sind.
- Ein komplett durchgetakteter Sonntag, an dem kein Platz für Wetter, Müdigkeit oder Zufallsentdeckungen bleibt.
Bei Regen verschiebe ich die längeren Spaziergänge und kombiniere ein Museum mit einer Markthalle oder einem langen Cafébesuch. Bei Hitze plane ich den Eiffelturm und Montmartre möglichst am frühen Morgen, denn offene Plätze und Treppen werden am Nachmittag anstrengender, als es der Stadtplan vermuten lässt.
So bleibt von Paris mehr als eine Fotoliste
Ein gelungenes Wochenende braucht nicht möglichst viele Sehenswürdigkeiten, sondern eine gute Reihenfolge. Reserviere Louvre und Eiffelturm, lege pro Tag nur zwei Gebiete fest und halte mindestens einen halben Nachmittag flexibel.
Meine bevorzugte Mischung besteht aus einem Museum, einem Aussichtspunkt, zwei langen Spaziergängen und mehreren kleinen Essenspausen. Genau dadurch fühlt sich die Reise weniger wie ein Wettlauf an und mehr wie das Paris, wegen dem man überhaupt hinfährt.