Katakomben von Paris - Preise, Rundgang und wichtige Tipps

Günter Steinbach .

5. November 2026

Reihen von Schädeln und Knochen in den Pariser Katakomben. Ein makabrer Anblick, der die Geschichte der Stadt erzählt.

Wer in Paris nicht nur Boulevards und Museen sehen möchte, findet unter der Stadt einen Ort, der zugleich historisches Denkmal, Friedhof und ungewöhnliches Museum ist. Die Paris-Katakomben führen rund 20 Meter tief in ehemalige Kalksteinbrüche und zeigen die Geschichte des städtischen Ossuariums, praktische Hinweise für den Besuch und die Grenzen dieser eindrucksvollen, aber nicht ganz einfachen Sehenswürdigkeit.

Die wichtigsten Fakten für den Besuch auf einen Blick

  • 20 Meter Tiefe und ein Rundgang von etwa 1,5 Kilometern
  • 131 Stufen hinunter und 112 Stufen zurück an die Oberfläche
  • Geöffnet von Dienstag bis Sonntag, normalerweise von 9:45 bis 20:30 Uhr
  • Eintritt 2026 ab 15 Euro für Kinder und 31 Euro zum regulären Tarif
  • Konstante Temperatur von etwa 14 Grad, enge und stellenweise unebene Wege

Was sich hinter den Katakomben von Paris verbirgt

Die offiziellen Katakomben sind kein natürlich gewachsener Höhlenkomplex, sondern ein unterirdisches Beinhaus in ehemaligen Kalksteinbrüchen. Im 18. Jahrhundert wurden die Friedhöfe innerhalb der Stadt zu klein und entwickelten sich zu einem hygienischen Problem. Deshalb brachte man die sterblichen Überreste ab 1785 in die stillgelegten Steinbrüche unter dem damaligen Montrouge.

Das Gelände wurde 1786 als kommunales Ossuarium eingeweiht. Der Name „Katakomben“ lehnt sich an die römischen Katakomben an, obwohl es sich in Paris ursprünglich um einen Zweckbau für die Aufnahme von Knochen handelte. Seit 1809 ist der Bereich für Besucher zugänglich.

Viele Knochen lagen zunächst ungeordnet in den Stollen. Später wurden sie unter der Leitung von Héricart de Thury zu dekorativen Knochenwänden aufgeschichtet. Schädel, Oberschenkelknochen und weitere Überreste bilden heute die bekannteste Kulisse des Rundgangs. Für mich liegt die eigentliche Wirkung aber weniger im makabren Anblick als in der Erkenntnis, dass hier mehrere Millionen Menschen aus der Pariser Stadtgeschichte ruhen.

Was Besucher unter der Erde tatsächlich sehen

Nahaufnahme von Schädeln in den Pariser Katakomben, die eine düstere Atmosphäre schaffen.

Der Rundgang beginnt mit dem Abstieg durch die ehemaligen Steinbrüche. Dabei geht es zunächst um die Geologie und die Geschichte des Abbaus. Der verwendete Kalkstein stammt aus einer Gesteinsschicht, die vor ungefähr 45 Millionen Jahren in einem tropischen Meer entstand. Paris wurde mit diesem Material über Jahrhunderte gebaut.

Erst später erreicht man das eigentliche Ossuarium. Dort stehen Knochenwände, Gedenkinschriften und kleine architektonische Elemente nebeneinander. Texte aus religiösen und literarischen Quellen geben dem Ort eine nachdenkliche Atmosphäre. Das ist kein schneller Gruselstopp, sondern ein Rundgang über Vergänglichkeit, Stadtentwicklung und den Umgang mit menschlichen Überresten.

Der offizielle Weg ist ungefähr 1,5 Kilometer lang und nur in eine Richtung begehbar. Mit Audioguide sollte man etwa 45 bis 60 Minuten einplanen. Wer jede Tafel liest und sich Zeit lässt, bleibt meist etwas länger unter der Erde.

Öffnungszeiten, Preise und Anreise im Jahr 2026

Die Katakomben öffnen normalerweise dienstags bis sonntags von 9:45 bis 20:30 Uhr. Der letzte Einlass erfolgt um 19:30 Uhr. Montags sowie am 1. Januar, 1. Mai und 25. Dezember bleibt die Anlage geschlossen. Vor Feiertagen oder bei kurzfristigen Änderungen würde ich die offiziellen Angaben am Reisetag nochmals prüfen.

Tarif Preis 2026 Hinweis
Erwachsene 31 Euro Audioguide eingeschlossen
Ermäßigter Tarif 25 Euro Audioguide eingeschlossen
Kinder von 8 bis 17 Jahren 15 Euro Audioguide eingeschlossen
Kinder von 0 bis 7 Jahren kostenlos Freikarte erforderlich

Die Nachfrage ist besonders an Wochenenden und in den Ferien hoch. Ich würde deshalb online im Voraus buchen, statt auf ein spontanes Ticket zu hoffen. Der Zugang liegt an der Avenue du Colonel Henri Rol-Tanguy am Platz Denfert-Rochereau im 14. Arrondissement. Die Metro- und RER-B-Station Denfert-Rochereau liegt direkt in der Nähe.

Große Koffer und Taschen sind nicht erlaubt. Zugelassen sind nur Taschen bis ungefähr 40 mal 30 Zentimeter, die vor dem Körper oder in der Hand getragen werden. Eine Garderobe gibt es nicht. Wer mit Gepäck vom Bahnhof oder Flughafen kommt, sollte deshalb vorher eine andere Aufbewahrungsmöglichkeit organisieren.

Für wen der Besuch geeignet ist und wo Grenzen liegen

Die Strecke ist nicht besonders lang, aber körperlich anspruchsvoller, als die Kilometerzahl vermuten lässt. Besucher steigen 131 Stufen hinunter und 112 Stufen wieder hinauf. Dazu kommen dunkle, enge Passagen, unebener Boden und stellenweise rutschige Flächen.

Für Rollstühle und Gehhilfen ist der Rundgang nicht geeignet. Auch Menschen mit starker Klaustrophobie sowie Personen mit Herz- oder Atemproblemen sollten den Besuch sorgfältig abwägen. Kinder unter 14 Jahren dürfen nur in Begleitung eines Erwachsenen hinein.

Praktisch sind feste, rutschfeste Schuhe und eine leichte Jacke. Die Temperatur liegt konstant bei etwa 14 Grad, selbst wenn es draußen sommerlich warm ist. Fotografieren ist grundsätzlich möglich, Stative sind jedoch nicht erlaubt. Knochen, Wände und Ausstellungsstücke dürfen nicht berührt werden.

Ein häufiger Irrtum betrifft die sogenannten „geheimen Katakomben“. Unter Paris gibt es ein weit verzweigtes Netz ehemaliger Steinbrüche, doch der größte Teil davon gehört nicht zum offiziellen Museumsrundgang. Das unbefugte Betreten ist gefährlich und kann rechtliche Folgen haben. Für einen verantwortungsvollen Besuch sollte man sich auf den ausgeschilderten, gesicherten Bereich beschränken.

Warum sich die Katakomben trotz ihrer Einschränkungen lohnen

Wer eine leichte, helle Sehenswürdigkeit für zwischendurch erwartet, wird hier vermutlich enttäuscht. Die Katakomben sind dunkel, kühl und thematisch schwer. Genau deshalb bleiben sie mir stärker im Gedächtnis als manche überfüllte Attraktion über der Erde.

Besonders lohnend ist der Besuch für Menschen, die sich für Pariser Stadtgeschichte, Architektur, Geologie oder Erinnerungskultur interessieren. Der Ort erklärt nicht nur, wo die Knochen liegen, sondern auch, wie sich eine wachsende Metropole mit Friedhöfen, Gesundheitsproblemen und begrenztem Platz auseinandersetzen musste.

Ich würde die Katakomben nicht direkt nach einem anstrengenden Museumstag einplanen. Besser passt ein Termin am Vormittag oder frühen Nachmittag, wenn man anschließend noch Zeit für das Viertel rund um Denfert-Rochereau hat. Wer empfindlich auf enge Räume oder menschliche Überreste reagiert, sollte die Atmosphäre nicht unterschätzen und lieber eine weniger intensive Sehenswürdigkeit wählen.

Ein Besuch, der unter Paris lange nachwirkt

Die Katakomben verbinden eine ungewöhnliche Kulisse mit einem ernsthaften historischen Thema. Wer rechtzeitig reserviert, mit wenig Gepäck kommt und sich auf Treppen, Dunkelheit und 14 Grad einstellt, erlebt einen der eigenwilligsten Orte der französischen Hauptstadt.

Mein wichtigster Rat lautet, den Rundgang nicht als Gruselattraktion zu behandeln. Ein respektvoller Blick auf die Knochen, die Geschichte der Friedhöfe und die Arbeit der Steinbruchleute macht den Besuch deutlich eindrucksvoller als jede spektakuläre Inszenierung.

Häufig gestellte Fragen

Die offiziellen Katakomben sind ein unterirdisches Ossuarium in ehemaligen Kalksteinbrüchen. Ab 1785 wurden dorthin menschliche Überreste aus überfüllten Pariser Friedhöfen gebracht. Heute führt ein etwa 1,5 Kilometer langer Rundgang durch die Steinbrüche und Knochenhallen.
Der reguläre Eintritt kostet 31 Euro, der ermäßigte Tarif 25 Euro und für Kinder von 8 bis 17 Jahren 15 Euro. Kinder von 0 bis 7 Jahren haben freien Eintritt, benötigen aber eine Freikarte. Geöffnet ist normalerweise Dienstag bis Sonntag von 9:45 bis 20:30 Uhr, der letzte Einlass erfolgt um 19:30 Uhr.
Besucher steigen 131 Stufen hinunter und 112 Stufen wieder hinauf. Die Wege sind dunkel, eng, stellenweise uneben und können rutschig sein. Für Rollstühle und Gehhilfen ist der Rundgang nicht geeignet; feste Schuhe und eine leichte Jacke sind empfehlenswert, da die Temperatur etwa 14 Grad beträgt.
Nein. Unter Paris gibt es zwar ein weit verzweigtes Netz ehemaliger Steinbrüche, doch der größte Teil gehört nicht zum offiziellen Rundgang. Das unbefugte Betreten kann gefährlich sein und rechtliche Folgen haben. Besucher sollten sich deshalb auf den ausgeschilderten und gesicherten Bereich beschränken.
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Autor Günter Steinbach
Günter Steinbach
Mein Name ist Günter Steinbach und seit 7 Jahren beschäftige ich mich intensiv mit den Themen Reisen, Natur und Kulinarik. Diese Leidenschaft hat mich dazu gebracht, auf stephan-dose.de meine Erkenntnisse und Erfahrungen mit Ihnen zu teilen. Mich fasziniert es, die Welt zu entdecken, sei es durch atemberaubende Landschaften, unbekannte Kulturen oder die Vielfalt der regionalen Küche. Ich lege Wert darauf, Ihnen fundierte und verständliche Informationen zu liefern, die Ihnen bei Ihren eigenen Entdeckungen helfen. Dabei prüfe ich meine Quellen sorgfältig und versuche, komplexe Themen so aufzubereiten, dass sie leicht nachvollziehbar sind. Mein Ziel ist es, Ihnen nützliche und aktuelle Einblicke zu geben, die Ihre Reiseplanung bereichern und Ihre Neugier wecken.
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