Wer in Hřensko zwischen Sandsteinfelsen und dem Fluss Kamenice unterwegs ist, erlebt keine gewöhnliche Schluchtwanderung. Die beiden Klammen verbinden kurze Wanderabschnitte mit historischen Kahnfahrten, während sich Öffnungszeiten, Zugänge und Sperrungen je nach Saison ändern. Ich zeige, welche Strecke sich lohnt, wie die Planung für 2026 aussieht und warum das Naturziel eher für Wanderschuhe als für einen Badetag geeignet ist.
Die wichtigsten Fakten für den Besuch
- Lage: Hřensko liegt in Tschechien direkt an der deutschen Grenze und ist das Tor zur Böhmischen Schweiz.
- Edmund-Klamm: 2026 vom 18. Juni bis 1. November geöffnet, Eintritt nur mit Führung.
- Wilde Klamm: 2026 vom 1. April bis 1. November geöffnet, inklusive kurzer Bootsfahrt.
- Preise: Erwachsene zahlen 400 Kč für die Edmund-Klamm und 200 Kč für die Wilde Klamm.
- Planung: An Wochenenden früh anreisen, da Parkplätze und geführte Gruppen begrenzt sind.

Was sich hinter der Hřensko-Klamm verbirgt
Mit der Hřensko-Klamm ist meist nicht ein einzelner Canyon gemeint, sondern das Schluchtensystem entlang der Kamenice. Die steilen Sandsteinwände ragen stellenweise etwa 50 bis 150 Meter über dem Wasser auf und machen den Weg zu einem der eindrucksvollsten Naturerlebnisse der Böhmischen Schweiz.
Die beiden wichtigsten Abschnitte heißen Edmundova soutěska und Divoká soutěska, auf Deutsch Edmund-Klamm und Wilde Klamm. Ein Teil der Wege verläuft direkt am Fluss, an besonders engen Stellen ersetzt das Boot den Wanderpfad. Genau dieser Wechsel aus Waldweg, Felsüberhang und ruhiger Kahnfahrt macht für mich den besonderen Reiz aus.
Wichtig ist die geografische Einordnung. Hřensko liegt nicht in Deutschland, sondern in Tschechien, lässt sich von Sachsen aus aber sehr bequem erreichen, etwa über Schöna und die Fähre über die Elbe.
Edmund-Klamm oder Wilde Klamm
Beide Schluchten gehören zusammen, sind aber nicht gleich zugänglich. Die folgende Übersicht hilft bei der Entscheidung, denn die Edmund-Klamm ist atmosphärisch besonders eindrucksvoll, während die Wilde Klamm derzeit leichter in einen flexiblen Tagesausflug passt.
| Merkmal | Edmund-Klamm | Wilde Klamm |
|---|---|---|
| Öffnung 2026 | 18. Juni bis 1. November | 1. April bis 1. November |
| Öffnungszeiten | Täglich 9:00 bis 17:00 Uhr | Täglich 9:00 bis 17:30 Uhr |
| Zugang | Nur mit Führung, Gruppen bis 25 Personen | Wanderweg und Kahnfahrt |
| Preis Erwachsene | 400 Kč, inklusive Hin- und Rückfahrt mit dem Boot | 200 Kč |
| Besonderheit | Etwa 960 Meter Bootsfahrt durch den engen Canyon | Etwa 450 Meter Bootsfahrt durch die Felsenschlucht |
| Praktischer Zugang | Ein- und Ausgang ausschließlich über Hřensko | Zugang unter anderem über Mezná oder Hájenky |
Die Edmund-Klamm ist die bessere Wahl, wenn ich eine geführte, ruhigere Tour mit längerer Bootspassage erleben möchte. Die Gemeinde Hřensko begrenzt die Gruppen und lässt sie stündlich starten. Dadurch kann die Kapazität an stark besuchten Tagen schnell ausgeschöpft sein.
Die Wilde Klamm eignet sich besser für Besucher, die ihre Wanderung variabel gestalten wollen. Kinder ab drei Jahren zahlen 100 Kč, Hunde 50 Kč und müssen dort einen Maulkorb tragen. Kinderwagen und Fahrräder sind für die Bootsfahrt keine gute Idee, da die Wege und Anlegestellen dafür nicht ausgelegt sind.
So plane ich die Wanderung ohne unnötige Umwege
Start in Hřensko
Für die Edmund-Klamm ist Hřensko der verbindliche Ausgangspunkt. Der Weg führt zunächst am Ufer der Kamenice entlang, unter Felsüberhängen hindurch und durch mehrere kurze Tunnel bis zur Anlegestelle. Danach folgt die Bootsfahrt, bevor der Wanderweg in Richtung Mezní most, der Grenzbrücke zwischen den Schluchten, weitergeht.
Wer mit dem Auto kommt, sollte die ausgewiesenen, gebührenpflichtigen Parkplätze nutzen. Wildes Parken entlang der Straßen sorgt nicht nur für Ärger, sondern kann Rettungswege blockieren. Von deutscher Seite ist die Anreise über Schöna und die Fähre besonders reizvoll, während Busse aus Děčín weitere Einstiege bedienen.
Start über Mezná
Für die Wilde Klamm bietet sich Mezná an. Von dort geht es rund einen Kilometer bergab zur Schlucht. Der Rückweg führt entsprechend wieder bergauf, was bei heißem Wetter oder mit kleinen Kindern mehr Zeit kostet, als die Karte zunächst vermuten lässt.
Ich würde für die reine Schluchtenrunde mindestens einen halben Tag einplanen. Wer zusätzlich die Pravčická brána oder einen Aussichtspunkt besuchen möchte, sollte eher mit fünf bis sieben Stunden rechnen und die letzte Bootsfahrt nicht knapp kalkulieren.
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Was ins Gepäck gehört
- feste Schuhe mit griffiger Sohle
- eine leichte Regenjacke, da die Schlucht kühl und feucht sein kann
- tschechische Kronen oder eine Karte für die Zahlung
- Wasser und einen kleinen Imbiss
- eine Leine für Hunde und je nach Schlucht einen Maulkorb
Die Wege sind keine alpine Tour, aber sie enthalten Treppen, unebene Passagen und feuchte Steine. Sandalen mit glatter Sohle würde ich selbst für einen kurzen Besuch nicht empfehlen.
Wassererlebnis statt klassischem Badestrand
Das Thema Strand führt in Hřensko leicht in die falsche Richtung. Die Kamenice ist hier ein schmaler, naturnaher Flusslauf zwischen Felswänden, aber keine reguläre Badestelle. Das Wasser und die Ufer sind vor allem Teil des Landschaftserlebnisses und der Bootsfahrt.
Wer einen ruhigen Platz am Wasser sucht, findet entlang der Elbe und an einzelnen Uferabschnitten schöne Fotopunkte. Zum Schwimmen oder Sonnenbaden sind diese Stellen jedoch nicht mit einem bewirtschafteten Strand zu vergleichen. Strömung, Felsen, wechselnde Wasserstände und Naturschutzregeln sprechen klar dagegen, spontan ins Wasser zu gehen.
Gerade diese Einschränkung empfinde ich als Vorteil. Die Schlucht bleibt dadurch ein Naturort mit eigener Atmosphäre und wird nicht zum überfüllten Freizeitbad. Für eine Pause eignen sich die Gaststätten und Rastplätze im Umfeld von Hřensko besser als das schmale Flussufer.
Was sich durch Sperrungen und Naturschutz ändert
Nach dem großen Waldbrand von 2022 hat sich die Landschaft rund um Hřensko sichtbar verändert. Abgestorbene Bäume, lockere Felsen und neue Sicherheitszonen können dazu führen, dass einzelne Wege kurzfristig geschlossen werden. Die Öffnung einer Klamm bedeutet deshalb nicht automatisch, dass jede beliebte Rundwanderung wieder vollständig möglich ist.
Für 2026 gilt besonders bei der Edmund-Klamm ein eingeschränkter Betrieb. Der Eintritt erfolgt nur mit Führung, die Gruppen starten stündlich und der Zugang ist ausschließlich von Hřensko aus möglich. Bei Sturm, starkem Regen oder Steinschlag kann die Strecke auch kurzfristig schließen.
Ich würde die aktuelle Lage am Reisetag bei der Gemeinde oder im Informationszentrum prüfen und nicht allein auf alte Wanderkarten vertrauen. Offizielle Hinweise der Gemeinde Hřensko sind bei kurzfristigen Änderungen wichtiger als allgemeine Reiseportale.
Diese Naturziele lassen sich sinnvoll verbinden
Die bekannteste Ergänzung ist die Pravčická brána, Europas größtes natürliches Sandsteintor. Der Weg dorthin ist ein eigenständiges Wanderziel und sollte nicht einfach als kleiner Abstecher zwischen zwei Bootsfahrtzeiten eingeplant werden.
Eine gute Kombination ist die Wilde Klamm am Vormittag und anschließend eine Wanderung in Richtung Mezná oder zu einem Aussichtspunkt. Die Edmund-Klamm würde ich eher als Hauptziel des Tages behandeln, weil die Führung zeitlich bindet und die Strecke von Hřensko aus beginnt.
Wer weniger bekannte Eindrücke sucht, kann außerdem die Aussichtspunkte bei Janov, die Felsenlandschaft bei Belveder oder die Umgebung von Schmilka auf deutscher Seite einbeziehen. Dabei gilt auch hier: weniger Ziele bringen oft mehr, weil die Wege, Wartezeiten und Höhenunterschiede in der Region leicht unterschätzt werden.
Mein Rat für den Ausflug an die Kamenice
Für einen ersten Besuch würde ich die Anreise früh beginnen, die Wilde Klamm oder Edmund-Klamm als Hauptziel festlegen und mindestens eine flexible Stunde als Puffer lassen. So bleibt Zeit für eine Pause, eine kurzfristige Sperrung oder einen schönen Aussichtspunkt, ohne den Tag gegen die Uhr zu verbringen.
Die Schluchten von Hřensko sind kein Strandziel und kein Ort für schnellen Sightseeing-Konsum. Wer sich auf Felsen, Wald, Wasser und eine langsame Bootsfahrt einlässt, bekommt dafür eines der stimmungsvollsten Naturerlebnisse im böhmisch-sächsischen Grenzraum.