Die schönsten Orte in Tschechien für jede Reise

Bodo Kraus .

30. Juni 2026

Malerische Stadtansicht von Mikulov, einem der schönsten orte tschechien, mit Schloss und Kirchturm vor grüner Hügellandschaft.
Ein verlängertes Wochenende in Tschechien kann ganz unterschiedlich aussehen: historische Altstadt, eleganter Kurort, Wanderregion oder lebendige Universitätsstadt. Ich zeige die schönsten Orte in Tschechien, ordne sie nach Reisetyp ein und gebe praktische Hinweise zu Anreise, Kosten, Reisezeit und typischen Fehlplanungen.

Diese Reiseziele zeigen Tschechien von seiner vielseitigsten Seite

  • Prag eignet sich für den ersten Besuch und große Kulturhighlights.
  • Český Krumlov, Kutná Hora und Telč verbinden Geschichte mit überschaubaren Altstädten.
  • Brünn und Olmütz bieten urbanes Leben, gute Gastronomie und weniger Massentourismus.
  • Karlsbad, Marienbad und Franzensbad stehen für Kur, Architektur und Erholung.
  • Böhmische Schweiz und Riesengebirge sind die besseren Ziele für Natur- und Wanderurlaub.

Karlsbrücke in Prag, ein Wahrzeichen der orte tschechien, überspannt die Moldau.

Prag bleibt der beste Einstieg für eine erste Reise

Für den ersten Aufenthalt empfehle ich Prag, weil die Stadt auf engem Raum ungewöhnlich viel bietet. Die Prager Burg, die Karlsbrücke, der Altstädter Ring und die Ufer der Moldau lassen sich zu Fuß verbinden, auch wenn man dafür bequeme Schuhe braucht.

Prag ist allerdings kein Geheimtipp. In der Hauptsaison und an Wochenenden wird es rund um die Karlsbrücke schnell voll. Ich plane deshalb gern einen frühen Spaziergang durch die Altstadt ein und verschiebe beliebte Sehenswürdigkeiten auf den späten Nachmittag. Dann wirkt die Stadt deutlich entspannter.

Für Prag reichen meistens zwei bis drei Übernachtungen. Wer länger bleibt, kann Tagesausflüge nach Karlštejn, Kutná Hora oder in kleinere Orte Mittelböhmens einbauen. Mit Bahn und Bus ist das gut machbar, ein Auto bringt in der Hauptstadt dagegen eher Parkplatzprobleme als Freiheit.

Kleine historische Städte für Atmosphäre und Ruhe

Wer nicht nur eine große Hauptstadt sehen möchte, findet in den kleineren Städten oft den stärkeren Reiseeindruck. Die Entfernungen sind kurz, die Zentren übersichtlich und die Verbindung aus Architektur, regionaler Küche und Landschaft besonders stimmig.

Český Krumlov für mittelalterliches Flair

Český Krumlov liegt in einer Moldauschleife und gehört zu den eindrucksvollsten historischen Städten des Landes. Die Burg- und Schlossanlage, enge Gassen und der Blick über die roten Dächer machen den Ort zu einem sehr fotogenen Ziel.

Mein praktischer Rat ist, mindestens eine Nacht zu bleiben. Als Tagesausflug wird Krumau oft in wenigen Stunden abgearbeitet, obwohl der Ort am frühen Morgen und am Abend seinen besonderen Reiz entfaltet. Im Sommer sollte man mit vielen Reisegruppen rechnen und die Unterkunft früh buchen.

Kutná Hora für Geschichte und sakrale Baukunst

Kutná Hora ist eine gute Wahl für Kulturinteressierte, die von Prag aus einen kompakten Ausflug planen. Die imposante St.-Barbara-Kirche und das ehemalige Silberbergbau-Erbe erzählen von einer Stadt, die im Mittelalter zu den wohlhabendsten Orten Böhmens zählte.

Besonders bekannt ist das Beinhaus von Sedlec. Ich würde den Besuch mit einem Rundgang durch die Altstadt verbinden, statt nur für dieses eine Bauwerk anzureisen. Ein ganzer Tag genügt meistens, zwei Tage lohnen sich vor allem bei zusätzlichem Interesse an Museen und regionaler Gastronomie.

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Telč und Litomyšl für Renaissance und Barock

Telč beeindruckt mit einem geschlossenen Marktplatz, farbigen Bürgerhäusern und einem Schloss. Die Stadt ist kleiner als Krumau und wirkt dadurch oft ruhiger. Litomyšl ergänzt die Route mit einem Renaissance-Schloss und einer lebendigen Kulturszene.

Ort Was ihn auszeichnet Ideale Aufenthaltsdauer
Český Krumlov Burg, Moldauschleife, mittelalterliche Altstadt 1 bis 2 Nächte
Kutná Hora St.-Barbara-Kirche, Silberbergbau, Sedlec 1 Tag
Telč Renaissanceplatz und Schloss Halber bis 1 Tag
Litomyšl Renaissancearchitektur und Kultur 1 Tag

Brünn und Olmütz zeigen die moderne Seite des Landes

Brünn ist für mich die interessanteste Alternative zu Prag, wenn man Stadtleben, Architektur und gutes Essen verbinden möchte. Die zweitgrößte Stadt Tschechiens hat eine starke Café- und Barszene, markante Bauwerke der Moderne und mit der Villa Tugendhat ein architektonisches Highlight.

Brünn eignet sich besonders für zwei bis drei Tage. Die Stadt wirkt weniger auf die großen Besuchermassen ausgerichtet als Prag und lässt sich trotzdem abwechslungsreich erleben. Wer gern lokale Küche probiert, findet hier eine bessere Mischung aus traditionellen Gasthäusern, modernen Restaurants und kleinen Kaffeeröstereien.

Olmütz ist kleiner, aber keineswegs langweilig. Die barocke Dreifaltigkeitssäule, historische Plätze und die Nähe zu den Landschaften Mährens machen die Stadt zu einem angenehmen Zwischenstopp. Ich würde Olmütz Reisenden empfehlen, die eine schöne Altstadt suchen, aber bewusst abseits der bekanntesten Routen unterwegs sein möchten.

Auch Pilsen passt in diese Kategorie. Die Stadt ist eng mit Bierkultur verbunden, hat aber zusätzlich einen sehenswerten Hauptplatz, eine große Kathedrale und interessante historische Keller. Eine Brauereiführung ist sinnvoll, wenn man sich für Herstellung und Geschichte interessiert, aber der gesamte Aufenthalt sollte nicht nur auf ein Getränk reduziert werden.

Kurorte und Weinregionen für Genuss ohne Eile

Das westböhmische Bäderdreieck mit Karlsbad, Marienbad und Franzensbad richtet sich an Reisende, die Architektur, Spaziergänge und Erholung kombinieren möchten. Karlsbad ist der prächtigste und international bekannteste Ort, während Marienbad eleganter und ruhiger wirkt. Franzensbad gefällt mir besonders, wenn man eine kleinere, entspannte Kurstadt bevorzugt.

Ein Kurort lohnt sich auch ohne klassische Kur. Die Kolonnaden, Parkanlagen und warmen Quellen geben dem Aufenthalt einen anderen Rhythmus. Man sollte allerdings nicht erwarten, dass hier bis spät in die Nacht Großstadtleben herrscht. Abends geht es eher ruhig und gepflegt zu.

Für Genussreisende ist Südmähren eine starke Ergänzung. Rund um Mikulov, Znojmo sowie Lednice und Valtice treffen Weinberge, Schlösser und Radwege aufeinander. Die Region ist besonders im späten Frühjahr und frühen Herbst angenehm, wenn die Temperaturen milder sind und die Landschaft nicht so trocken wirkt wie im Hochsommer.

Ich würde für Südmähren mindestens zwei bis vier Tage einplanen. Wer mehrere Weingüter besuchen möchte, sollte das Auto stehen lassen oder eine organisierte Tour wählen. Weinproben und Autofahren am selben Tag sind eine schlechte Kombination, selbst wenn die Entfernungen auf der Karte kurz aussehen.

Naturziele für Wandern, Radfahren und klare Luft

Tschechien ist nicht nur ein Land der Städte und Schlösser. Das Riesengebirge eignet sich für Bergwanderungen und Wintersport, während die Böhmische Schweiz mit Sandsteinfelsen, Schluchten und Waldwegen punktet. Für ausgedehnte Touren ist außerdem der Böhmerwald interessant, der deutlich stiller wirken kann.

Bei Naturzielen zählt die Saison stärker als bei Städtereisen. Für Wanderungen sind Mai bis Oktober meist die angenehmste Zeit, wobei Ferienwochenenden sehr voll werden können. Wintersport ist typischerweise von Januar bis März möglich, hängt aber stark von Schneelage und Höhenlage ab.

Die Böhmische Schweiz sollte man vor der Anfahrt auf aktuelle Wegsperrungen prüfen. Nach Waldbränden und Sturmschäden können einzelne Wege oder Aussichtspunkte geschlossen sein. Ich plane dort lieber eine flexible Route mit einer kürzeren Alternative, statt den gesamten Tag von einem einzigen Aussichtspunkt abhängig zu machen.

Für Familien sind kurze Rundwege, Burgen und Tierparks oft besser als ambitionierte Bergtouren. Wer mit Kindern reist, sollte pro Wanderetappe eher 6 bis 10 Kilometer ansetzen und Pausen an Aussichtspunkten oder Gaststätten einplanen. Das macht den Ausflug für alle angenehmer.

So lassen sich die Reiseziele sinnvoll kombinieren

Die beste Route hängt davon ab, ob man möglichst viel sehen oder entspannt reisen möchte. Ich halte drei Varianten für besonders praktikabel:
  • Städtereise: Prag, Kutná Hora und ein Tag in Pilsen in fünf bis sechs Tagen.
  • Historische Rundreise: Prag, Český Krumlov, Telč und Brünn in sieben bis neun Tagen.
  • Natur und Erholung: Karlsbad, Böhmische Schweiz und Riesengebirge in sieben bis zehn Tagen.

Mit der Bahn sind Prag, Brünn, Olmütz und Pilsen bequem erreichbar. Für kleinere Orte, Burgen und Weinregionen bietet ein Auto mehr Flexibilität, allerdings sollte man Innenstädte nicht unterschätzen. Viele historische Zentren sind verkehrsberuhigt, und Parkplätze liegen oft außerhalb.

Bei der Fahrt mit dem Auto braucht man für tschechische Autobahnen eine digitale Vignette. Für private Pkw werden derzeit unter anderem Tages-, 10-Tages-, 30-Tages- und Jahresvignetten angeboten. Die genannten Preise liegen laut den aktuellen Reiseinformationen bei etwa 230 CZK für einen Tag, 300 CZK für zehn Tage, 480 CZK für 30 Tage und 2.570 CZK für ein Jahr. Vor der Abfahrt sollte man die Preise und Fahrzeugkategorie nochmals prüfen.

Für den öffentlichen Verkehr hilft eine landesweite Fahrplanauskunft, besonders wenn Bahn und Regionalbus kombiniert werden müssen. Ich kaufe Tickets für längere Zugstrecken möglichst früh, während spontane Fahrten in Regionalzügen meist unkompliziert bleiben. Bargeld in tschechischen Kronen ist außerhalb großer Städte weiterhin nützlich, auch wenn Kartenzahlung weit verbreitet ist.

Die passende Wahl für den eigenen Reisetyp

Reisetyp Beste Ziele Warum
Erster Besuch Prag und Kutná Hora Viele Sehenswürdigkeiten und einfache Anreise
Romantische Reise Český Krumlov und Marienbad Historische Kulisse und ruhige Spazierwege
Kultur und Architektur Brünn, Olmütz und Telč Stadtgeschichte, Moderne und Renaissance
Wellness Karlsbad, Marienbad und Franzensbad Kolonnaden, Kurhäuser und Parks
Aktivurlaub Böhmische Schweiz und Riesengebirge Wandern, Radfahren und Berglandschaften

Mein wichtigster Planungstipp lautet, nicht mehr als zwei große Ortswechsel pro Woche einzuplanen. Tschechien ist zwar kompakt, aber jeder Wechsel kostet Zeit für Fahrt, Parkplatzsuche und Unterkunft. Eine etwas langsamere Route bringt meist mehr als eine lange Liste abgehakter Sehenswürdigkeiten.

Eine gute Tschechienreise beginnt mit weniger Zielen

Die schönsten Orte des Landes liegen nicht alle rund um Prag, auch wenn die Hauptstadt der einfachste Ausgangspunkt bleibt. Wer Geschichte sucht, fährt nach Krumau, Kutná Hora oder Telč; wer Genuss bevorzugt, nimmt Brünn, Südmähren oder einen Kurort; für Bewegung sind die Nationalparks die bessere Wahl.

Ich würde für die erste Reise eine klare Schwerpunktsetzung wählen und höchstens drei bis vier Ziele verbinden. So bleibt Zeit für einen Kaffee am Marktplatz, ein regionales Gericht oder einen ungeplanten Abstecher. Gerade diese kleinen Zwischenmomente machen aus einer gut organisierten Route eine Reise, an die man sich später wirklich erinnert.

Häufig gestellte Fragen

Prag ist der beste Einstieg, weil sich Prager Burg, Karlsbrücke, Altstädter Ring und Moldauufer gut verbinden lassen. Für Prag reichen meist zwei bis drei Übernachtungen; Kutná Hora eignet sich als zusätzlicher Tagesausflug.
Eine historische Rundreise kann Prag, Český Krumlov, Telč und Brünn in sieben bis neun Tagen verbinden. Für eine entspanntere Reise sollten höchstens zwei große Ortswechsel pro Woche eingeplant werden.
Für Wanderungen im Riesengebirge, in der Böhmischen Schweiz und im Böhmerwald sind Mai bis Oktober meist angenehm. Wintersport ist typischerweise von Januar bis März möglich, hängt aber von Schnee- und Höhenlage ab. In der Böhmischen Schweiz sollten vor der Anfahrt aktuelle Wegsperrungen geprüft werden.
Laut den im Artikel genannten Reiseinformationen kosten die Vignetten etwa 230 CZK für einen Tag, 300 CZK für zehn Tage, 480 CZK für 30 Tage und 2.570 CZK für ein Jahr. Preise und Fahrzeugkategorie sollten vor der Abfahrt nochmals geprüft werden.
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Bodo Kraus
Mein Name ist Bodo Kraus und seit nunmehr 9 Jahren beschäftige ich mich intensiv mit den Themen Reisen, Natur und Kulinarik. Diese Leidenschaft hat sich über die Jahre entwickelt, angetrieben von der Faszination für die Vielfalt unserer Welt – sei es in den unberührten Landschaften, den faszinierenden Kulturen oder den Gaumenfreuden, die jede Region zu bieten hat. Auf stephan-dose.de teile ich meine Erkenntnisse und Erfahrungen, um Ihnen nützliche und verständliche Einblicke zu ermöglichen. Dabei lege ich Wert darauf, Informationen sorgfältig zu prüfen und komplexe Themen so aufzubereiten, dass sie leicht zugänglich sind, immer mit dem Ziel, Ihnen fundierte und aktuelle Inhalte zu liefern.
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